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Internationaler Call for Papers

Aus Sicht vergleichender Bildungsforschung stellt sich das Forschungsterrain Migration, Bildung und Medien international vielschichtig und heterogen dar. Die Tagung will Theorieansätze zur Erklärung von Migration, Theorien der Integration, Akkulturation bzw. Assimilation von MigrantInnen mit Theorien zur transnationalen Migration sowie unterschiedlichen Forschungs- und didaktischen Anwendungsfeldern zur Migrations- und Diversitätspädagogik bzw. dem Interkulturellen Lernen international, interdisziplinär und intersektional verknüpfen. Des Weiteren setzt sich die Tagung mit der Rolle der Medien in Migrationsprozessen sowie mit dem Zusammenspiel von Medien und Migration auseinander. Zum einen soll es dabei um die Frage gehen, welche Bedeutung unterschiedliche Medien für MigrantInnen haben, zum anderen soll aber auch der Darstellung von Migration, MigrantInnen und Diversität in den Medien nachgegangen werden. Auf diese Weise werden empirische und theoretische Ansätze zu Migration und Medien mit medienpädagogischen und mediendidaktischen sowie migrations- und diversitätspädagogischen Ansätzen und Anwendungsfeldern verknüpft.
Darüber hinaus soll die praktische pädagogische Relevanz dieser Konzepte anhand konkreter nationaler und internationaler Fachdidaktiken zum Interkulturellen Lernen, zur Migrations- und Diversitätspädagogik sowie Medienpädagogik analysiert und auf ihre jeweilige praktische Wirksamkeit auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene, wie etwa im Bundesland Salzburg überprüft werden.
Der Tagungsort Salzburg steht symbolisch für historische und aktuelle Migrationsbewegungen. Zur Zeit der ProtestantInnenvertreibungen mussten viele Salzburger Familien ihre Heimat verlassen und 1947, zur Zeit des jüdischen Exodus, war Salzburg eine Drehscheibe für große internationale Migrationsbewegungen, genauso wie heute, wo viele syrische Flüchtlinge über Salzburg nach Deutschland und in andere EU-Staaten fliehen. Außerdem ist der relative Anteil an Personen mit Migrationshintergrund in Salzburg deutlich höher als in der Bundeshauptstadt Wien. So drängt sich unweigerlich die Frage auf, was historische und aktuelle Migrationsbewegungen für die Bildung in einer medialisierten bzw. mediatisierten Gesellschaft bedeuten. Dies steht im Zentrum der angekündigten Tagung.

Die Tagung will…

a) individuelle Bildungsprozesse durch Migrationserfahrungen in einem breiten Kontext verständlich machen („Migration bildet Menschen“):
Dazu zählen u.a. identitäts- bzw. persönlichkeitsbildende Aspekte von Migration, Migration und Sozialisation und insbesondere soziopsychologische Aspekte bei Fluchtmigration.
b) die Schule der Migrationsgesellschaft im internationalen Vergleich darstellen („Migration bildet Schulen, Schulen bilden Migration“):
Wie gestaltet die Institution Schule Migration in Bezug auf Curricula, Personal, Schulorganisation, etc.?
c) die mediale Darstellung von Migration analysieren („Medien bilden Bilder von Migration“):
Wie werden und wurden MigrantInnen und Migrationsbewegungen in den Medien dargestellt, kommentiert und inszeniert (z.B. Vorurteile, Metaphern, Stigmatisierung etc.)?
d) die Bedeutung von Medien für MigrantInnen diskutieren („Migration bildet Medien, Medien bilden Migration“):
Welche Rolle kommt Medien im Kontext von Prozessen der Migration, Assimilation und Distinktion zu (z.B. Mediennutzung um Kontakt zum Herkunftsland zu halten, zur Pflege der Herkunftskultur, zum Erlernen einer Zweitsprache, zur Integration etc.)? Welchen Beitrag leisten Medien zur Emanzipation und Gleichstellung von MigrantInnen (z.B. Vergleich von Mediensystemen)?
e) einen migrations- und medienpädagogischen Wissenstransfer anstoßen und Modelle einer integrativen Didaktik vorstellen und diskutieren („Migration bildet Pädagogik“):
Existieren bereits Beispiele einer integrativen Migrations- und Medienpädagogik und welche Erfahrungen gibt es damit? Welche Zukunftsszenarien bieten sich für eine integrative Migrations- und Medienpädagogik an? Welche migrations- und medienpädagogischen Ansätze können für die jeweils andere Disziplin fruchtbar sein?
f) das Land Salzburg als historische Migrationsgesellschaft und entsprechende migrationsbedingte Verlaufsgeschichten in Stadt und Land Salzburg exemplarisch darstellen („Migration bildet Gesellschaft“): Die 200-jährige Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich ist Anlass zu einer differenzierten und durchaus kritischen Selbstreflexion unter der Fragestellung „Woher kommen wir?“, „Wer sind wir?“ und „Wohin gehen wir?“ In Bezug auf „Salzburg 20.16“ werden daher Beiträge gesucht, die sich mit Migration von und nach Salzburg beschäftigen. Dabei soll thematisch ein möglichst breiter Bogen geschlagen werden, der zum Beispiel mit der Salzburger ProtestantInnenvertreibung beginnt und mit aktuellen Themen, wie der Armutsmigration in die Stadt Salzburg und der aktuellen Rolle Salzburgs als „Knotenpunkt“ globaler Flüchtlingsströme endet.

Einreichungsmodalitäten:

Einreichschluss ist der 31.Dezember 2015.
Abstracts bitte an robert.obermair@phsalzburg.at schicken.
Die Abstracts werden anschließend in einem Peer-Review-Prozess begutachtet. Im Anschluss an die Tagung werden ausgewählte Beiträge in einem Tagungsband veröffentlicht.
a)    Einreichung von Vorträgen à 20 Minuten:
•    Abstract von max. 500 Wörtern
•    Thematische Zuordnung des Abstracts zu einem der oben aufgezählten Themenbereiche
•    Mögliche Vortragssprachen: Deutsch, Französisch, Englisch
b)    Einreichung von Posters (Format DIN A0):
•    Abstract mit Titel und kurzer Beschreibung des geplanten Posters (max. 500 Wörter)
•    Die Poster werden im Rahmen einer Poster Session vorgestellt
•    Mögliche Sprachen: Deutsch, Französisch, Englisch

Mit besten Grüßen,
Patrick Duval, Manfred Oberlechner, Robert Obermair, Christine Trültzsch-Wijnen
Kompetenzzentrum für Diversitätspädagogik (Manfred Oberlechner, Robert Obermair) und Kompetenzzentrum für Medienpädagogik und E-Learning (Christine Trültzsch-Wijnen) an der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig in Kooperation mit der Université de Lorraine (Patrick Duval)